Die Wissenschaft ist Teil der Gesellschaft

Die Wissenschaft ist Teil der Gesellschaft. Forschende tragen mit ihrer Arbeit zur gesellschaftlichen Entwicklung bei.
Die Wissenschaft trägt mit ihrem Wissen zu technologischen Errungenschaften, gesellschaftlichen Debatten oder politischen Entscheidungsprozessen bei. Die Erwartungen darüber, welche Funktionen sie dabei einnehmen soll, können stark auseinandergehen. Dies führte beispielsweise während der Covid-Krise zu hitzigen Debatten.
Ein gängiges Verständnis gerade auch in der Wissenschaft selber ist, dass Forschende entscheidungsrelevantes Wissen bereitstellen (policy-relevant), aber nicht vorwegnehmen sollen, wie politische Entscheidungen auszusehen haben (policy-prescriptive). Sie zeigen also beispielsweise Handlungsoptionen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen oder möglichen Konsequenzen auf; verzichten aber auf Aussagen darüber, was politisch erwünscht zu sein hat. In der Realität sind die Grenzen zwischen policy-relevant und policy-prescriptive meist fliessend.
Manche Forschende sehen sich aufgrund ihres Fachwissens in der gesellschaftlichen Verantwortung, politisches Handeln einzufordern. In diesem Sinne machten Forschende in den 1970er- und 1980er-Jahren zum Beispiel auf die Bedrohung der Ozonschicht durch Fluorkohlenwasserstoffe aufmerksam, da sie sich um die menschliche Gesundheit sorgten. Aktuell engagieren sich Forschende im Zusammenhang mit dem Klimawandel vermehrt explizit politisch und wenden dabei teils auch zivilen Ungehorsam an.
Es ist wichtig, dass sich Forschende bewusst sind, welche gesellschaftliche Relevanz ihre Arbeit hat, welche Ziele der Gesellschaft oder Politik ein Forschungsprojekt aufnehmen soll und welche Rollen sie beim Austausch mit der Gesellschaft einnehmen. Dies gilt es immer wieder zu hinterfragen und abzugleichen.
Es stellen sich folgende Fragen
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